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Dichte Worte

Gleich wie die Brandungswelle
schäumend ihren Kamm zerbricht,
wenn rollend erst der Walzenfuss den Strand berührt;
dann schäumend Wasser Erde schlägt
und trotzig weicht;
gleich jenem milden Frühlingshauch,
der Säfte aus der Wurzel
in die Äste treibt,
die Amsel zwingt,
zu balzen und zu nesten;
so treibt die Schwermut
mich durch Wände
aus dem Zimmer
und tief in mich hinein,
so macht das Glück
mich leicht und hell;
dann wird ein Drängen
schmerzlich unbedingt,
mit dichten Worten
Laut und Sinn zu finden,
um wahr zu sagen,
was so erregend in mir wogt -
im Grund unsagbar.
Und steigt das Wasser
über die Dämme
meines Verstehens,
entlasse ich mit letzter Luft
den Narren in mir einsam
in den Korridor
und lache bellend auf.

14.5.2002/16.1.2004


©: Gedichte: beim Autor, Bild: Guido Kramann, arithmetische Flocke

Kontakt: mail@dichte-worte.de

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wurde aktualisiert am:
06. November 2004